Mein wunderbar-wilder Naturgarten

Blick auf ein Blockhaus, durch eine locker gewachsene Hecke aus hängendem Sommerflieder und einer weißen Rose auf einer Trockenmauer.

Unser Naturgarten ist für mich ein großes Geschenk – wir hatten nicht immer einen eigenen Garten. Kurz nach unserer Hochzeit sind mein Mann und ich in ein Dorf im hügeligen Mittelhessen gezogen. Das war eine Umstellung, immerhin hatten wir Hamburg sozusagen vor unserer Haustür. Es hat ein bisschen gedauert, bis wir angekommen sind. Aber nach einer Weile hatten wir Freunde gefunden und fühlten wir uns bald sehr wohl.

Unser Balkon ist zu klein

Zuerst wohnten wir in einer Mietwohnung mit einem kleinen Balkon. Der war natürlich voller Kübelpflanzen, sogar eine Kletterrose war dabei. Die „Santana“ hatten wir von meinen Schwiegereltern zum ersten Hochzeitstag geschenkt bekommen. Ich erinnere mich noch, wie ich die Tomaten auf dem Esstisch vorgezogen habe. Und dass auf dem Balkon kaum Platz zum Sitzen war vor lauter Pflanzen. Man muss Prioritäten setzen, das sah sogar mein Mann ein …

Unser Mini-Beet bei Bekannten

Später durften wir ein 4 qm großes Beet im Garten von Bekannten nutzen. Darauf säte ich hauptsächlich Einjährige. Eigentlich war es eine Mini-Wildblumenwiese. Das war natürlich sehr nett und besser als gar nichts, aber insgesamt eher unpraktisch. Es war schon eine kleine Strecke dorthin zu laufen. So konnte ich mich nicht täglich an den Blüten freuen. So richtig zufrieden war ich nicht mit dem Arrangement. Mir fehlte es, einfach mal kurz durch den Garten zu schlendern. Oder aus dem Fenster zu Gucken und mich an den Blumen zu freuen.

Endlich ein eigener Garten

Ich empfinde es immer noch als großes Geschenk, dass wir 1999 ein 616 qm großes Eckgrundstück kaufen konnten. Darauf haben wir dann ein Holzblockhaus gebaut. Das war eine intensive Zeit, wir waren mit einer Mischung aus Naivität und Glauben unterwegs. Ich bin froh, dass uns so viele Freunde und Verwandte geholfen haben. Ohne sie würden wir noch immer auf einem zugewucherten Balkon sitzen.

Zum Glück ist das Haus ziemlich klein, dadurch bleibt mehr Platz für den Garten. Natürlich habe ich schon während der Bauzeit Pläne für den Garten geschmiedet. Und zur Inspiration Bücher gewälzt und Gärten angeguckt. Und immer wieder alles umgeschmissen und neu gezeichnet.

Die cremefarbene Rose"Compte de Chambord" wächst über einen Staketenzaun, mit einem Blockhaus im Hintergrund.

Wie sollte unser Garten aussehen?

Schnell war mir klar, was für einen Garten ich haben wollte:

  • Mein Garten soll ein Ort zum Wohlfühlen sein.
  • Für uns Menschen und auch für Insekten und andere kleine Tiere. Viele Blumen habe ich extra gepflanzt, damit die Bienen Futter haben.
  • In meinem Garten werden hauptsächlich Blumen wachsen. 
  • Höchstens noch ein paar Beeren zum Naschen. Einen Gemüsegarten hätte ich zwar auch gerne, aber dafür fehlt mir ganz einfach die Zeit.
  • Es soll ein natürlicher, pflegeleichter Garten sein, der mehr Freude als Arbeit macht.

Mit einigen Gegebenheiten müssen wir leben. Unser Boden ist lehmig und ziemlich steinig. Bei Regen verwandelt er sich in einen schlammigen Sumpf, und im Sommer wird er knochentrocken. Das war eine ganz schöne Umstellung.

Die Gärten meiner Kindheit

Die Böden in den Gärten meiner Kindheit waren ganz anders.

Der Boden unseres Gartens in Berlin war sandig. Meine Eltern konnten gar nicht verstehen, dass wir für die Erdarbeiten einen Bagger brauchten. Sie hatten das alles eigenhändig mit der Schaufel bewältigt.

Und in Schleswig-Holstein, wo ich aufgewachsen bin, ist der Boden wieder anders: schwarzer, fluffiger Moorboden. Im Garten meiner Eltern fühlen sich Pflanzen wohl, die sauren Boden lieben: Rhododendren, Azaleen und Lilien. Man gelangt mühelos in den Boden und kann Pflanzen nach Lust und Laune ausgraben und umsetzen.

Davon kann ich nur träumen. Ich weiß nicht, wie viele Spaten wir hier schon abgebrochen haben! Gerade haben wir uns einen neuen gekauft. Ich will gleich noch Ableger für eine Kollegin herausnehmen, mal sehen, wie lange dieser Spaten hält …

Wie ich unseren Boden vorbereitet habe

Das Gute am Lehmboden ist sein hoher Nährstoffgehalt. Dafür kann es aber bei dem schweren Boden leicht zu Staunässe kommen. Das mögen die wenigsten Pflanzen. Also habe ich zuerst Gründüngung gepflanzt und dann einen Lastwagen voll Kies kommen lassen. Beides habe ich dann mühsam untergegraben. Mein Mann hat nur den Kopf geschüttelt. Und gemeint, er würde den Kies nicht wieder heraus sieben!

Ich wäre auch nie auf die Idee gekommen, wenn mir nicht gerade vorher ein Buch über Kiesgärten in die Hände gefallen wäre. Ich bin Gott so dankbar für diesen „Zufall“! Dadurch war mein Garten von Anfang an für trockene Zeiten vorbereitet, und ich muss viel weniger gießen.

Wie unser Garten aussieht

Ich hoffe, du erwartest keinen Park mit einer herrlichen Aussicht. Und ein dazu passendes, perfektes Leben. Das kann ich dir leider nicht bieten. Aber vielleicht magst du ja eher natürliche Gärten, dann bist du bei mir genau richtig.

Blick aus der Vogelperspektive auf die Gartenanlage mit Beeten rund um den Rasen.

Es ist nicht alles perfekt

Ich bin froh, dass wir so ruhig wohnen. Die Straße ist wenig befahren, die Partys halten sich in Grenzen. Die Aussicht macht nicht viel her. Wir gucken bedauerlicherweise nicht ins Tal, sondern auf die Nachbarhäuser. Das macht das Fotografieren etwas schwierig. Trotzdem liebe ich meine kleine Oase, vielleicht gerade, weil der Garten etwas wild und doch voller Leben ist. Auch ich bin leicht chaotisch und stecke voller Ideen. Er passt also zu mir.

Unser jetziger Garten

Gezeichneter Plan unseres Grundstücks, mit vielen nummerierten Details: Rasenflächen, Rosengang, Toskanabeet, Terrasse und Auffahrt.

  1. Auffahrt mit Randstreifen und wildem Wein an der Trockenmauer
  2. Kugelahorn
  3. Vorgarten mit Rosen, Päonien, kleinen Sträuchern und Stauden
  4. Rosenbogen mit „Rose Sympathie“ und Clematis „Niobe“
  5. Kletterrose „Santana“
  6. Trockenmauer
  7. Rasen
  8. Kleine Wildblumenwiese
  9. Bank unter Zimtahorn, Felsenbirne und Bienenbaum
  10. Sträucher
  11. Stauden und Zwiebelpflanzen
  12. Kleiner Korkflügelstrauch
  13. Zierapfel „Red Sentinel“ mit Kletterrose „Rosarium Ütersen“
  14. „Kapelle“ mit Brombeeren und Clematis
  15. Rosengang mit englischen Rosen
  16. Cornus florida „Nuttallii“ und kleiner japanischer Ahorn
  17. Ramblerrosen „Guislaine de Féligonde“ und „Lykkefund“
  18. Kompost
  19. Apfelbaum „Roter Berlepsch“
  20. Grasdach
  21. Kleines Sonnenbeet mit Lauch und Salbei
  22. ehemalige Sandkiste mit Kräutern
  23. Terrasse mit Kübelpflanzen und den beiden „Red Yesterday“-Rosen
  24. Mein „Toskana-Beet“ mit trockenheitsliebenden Pflanzen wie Stipa gigantea

Mein GartenGlück

Am schönsten finde ich es, wenn ich Jesus in einem Garten begegne. Mir geht immer das Herz auf, wenn es in der Bibel um Pflanzen, Wachsen und Gott als Gärtner geht. Wenn ich dann im Garten werkle, denke ich über das Gelesene nach und rede mit Gott darüber. Oft ist es aber auch einfach nur schön, zusammen mit ihm im Garten zu sein und seine Liebe zu genießen.

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Hi, ich bin Hanni

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Bei mir findest du Ideen rund um die Welt der Pflanzen und Inspiration, wie du Gott im Garten begegnen kannst.

Grüner Balken, beschrieben mit "Mein Lieblingsvers", von rechts fliegt eine Biene heran.
Grüner Watercolor-Kasten mit dem Bibelvers aus Psalm 16,11. Oben ist ein Wildblumenstrauß zu sehen, auf en eine Biene zusteuert.
Das Buchcover des Buchs "Gartenglück" zeigt einen Weg, der an einem Baum und einer rosa Pfingstrose vorbei in einen Naturgarten führt.

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